Unser Dorf hat Zukunft

Unser Dorf hat Zukunft, unter diesem Motto wird der Wettbewerb vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) ausgeschrieben und durch die Akademie "Ländlicher Raum Thüringen" betreut. Das gesamte Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten. Anmeldeschluss für alle Teilnehmer war der 28.04.2017.

Teilnahmeberechtigt waren alle räumlich geschlossenen Gemeinden oder Gemeindeteile mit überwiegend dörflichem Charakter mit bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Auch bestimmte Infra- und Altersstrukturen mussten gegeben sein. Das alles traf auf Steinbach zu.
In einem von der Stadt Bad Liebenstein in Auftrag gegebenen Stadtentwicklungskonzept hat Steinbach von allen Ortsteilen am schlechtesten abgeschnitten. Bewertet wurde nach folgenden Kriterien. Wohnungssituation für jung und alt, Verkehr, sowie Bau- und Sozialstruktur. Im Fachjargon ist Steinbach ein Siedlungsgebiet mit erhöhter Problemintensität.
Und genau für diese Ortschaften bzw. Ortsteile ist das Projekt "Unser Dorf hat Zukunft" gedacht. Aus kommunaler Sicht bedeutet eine Teilnahme an diesem Projekt vor allem Aufmerksamkeit und die Aussicht auf Fördermittel. Aus Sicht der Bewohner bedeutet das nicht nur den Erhalt, sondern auch die Entwicklung ihres Lebensumfeldes mit den Traditionen und allem was das "Leben auf dem Lande" so lebenswert macht.

Eines der größten Probleme in Steinbach ist die Überalterung und der Wegzug von jungen Leuten und Familien. Steinbach hat von 2000 bis 2015 ein Viertel seiner Einwohner verloren. Als Folgen bleiben: Leerstand, Gebäudeverfall und Brachflächen.

Um die bestehende Problematik zu verdeutlichen hier die konkreten Zahlen in einem Chart:

Zum Vergleich die Entwicklung aller Ortsteile der Einheitsgemeinde Bad Liebenstein

Die Kernfrage ist also: Wie können wir junge Menschen und vor allem Familien dazu bewegen nach Steinbach zu ziehen oder aber nach Studium oder Ausbildung zurückzukehren?

Vieles ging in den Städten völlig verloren. Hier ist es erhalten und lebendig geblieben. Ein reges Vereinsleben, Nachbarschaftshilfe, und nicht nur wenn es "hart auf hart" kommt, hält die Gemeinde zusammen.
Die wunderschöne Landschaft, günstige Immobilienpreise und die Lage zwischen Eisenach, Gotha und Erfurt machen ein Leben in und um Steinbach nicht nur für Familien zu einer ernsthaften Alternative zur Stadt. In den Großstädten werden allgemeine Lebensbedingungen und die Bewältigung der Kostenfrage durch explodierende Immobilienpreise immer problematischer. Auch mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in einem immer schwieriger werdenden Umfeld steht es nicht zum Besten.
Der Arbeitsmarkt hat, und wird sich weiter verändern. Wohl eine der leidvollsten Erfahrung der Steinbacher. Gerade weil hier die metallverarbeitende Industrie, mit einer über 700 Jahre alten Tradition, in den 90er Jahren gnadenlos abgewickelt wurde.
Viele Berufe und Berufsgruppen werden durch Technisierung, Digitalisierung und Outsourcing wegfallen oder verlagert werden. Sich auf diese und andere Entwicklungen einzustellen, bedeutet auf eine Zukunft vorbereitet zu sein, bedeutet Veränderungen, bedeutet auch Chancen zu haben. Diese zu erkennen, entsprechende Ziele abzustecken, zu Planen und Pläne umzusetzen, das wird nun die große Aufgabe sein.

Dank der unermüdlichen Aktivität unseres Bürgermeisters Dr. Brodführer und unseres Landtagsabgeordneten Marcus Malsch haben wir zwei aus unserer Mitte, die den Weg abstecken, und wissen welche Hebel zu bedienen sind. Was in der großen Politik schon lange nicht mehr funktioniert,  scheint auf regionaler Ebene möglich zu sein. Politik und Bürgerschaft stehen und arbeiten eng zusammen. So soll es bleiben und es sollen mehr werden, die sich mit Ideen und Projekten beteiligen, sodass wir wirklich sagen können, "Unser Dorf hat Zukunft".